Vorerst darf in Vaihingen wieder geharzt werden

  • 16. Januar 2026

Nach monatelangem Schweigen haben sich die Stadt Vaihingen und die Handballer des HC Metter-Enz auf eine Übergangslösung geeinigt. In der Kaltensteinhalle darf wieder Haftmittel verwendet werden – allerdings unter Auflagen.

Es schien sich zu einer Endlos-Story zu entwickeln – das Ringen um die Benutzung von wasserlöslichem Haftmittel in der Kaltensteinhalle zwischen dem Handballclub (HC) Metter-Enz und der Stadt Vaihingen. Viele Monate waren sich beide Parteien nicht einig. Ursprünglich hatte der HCME die Halle mit handelsüblichen Bodenwischern gereinigt, weil die Benutzung einer speziellen Reinigungsmaschine nicht gestattet worden war. So ließen sich nicht alle Rückstände entfernen. Das führte schließlich dazu, dass die Stadt für die Kaltensteinhalle im Dezember 2023 ein Harzverbot aussprach und der HC Metter-Enz in der Konsequenz einen Großteil seiner Heimspiele seit Januar 2024 im Aktivenbereich in Großsachsenheim austrug. Mittlerweile zeichnet sich jedoch eine Lösung ab.

Zwei Gespräche mit der Stadt bringen die Wendung und ein Maßnahmenpaket

„Nachdem über Monate keine Reaktion von der Stadt kam, bewegt sich jetzt etwas“, berichtet Martin Stärk, der für den TV Vaihingen im Vorstand des HCME sitzt. „Es wurde uns wieder erlaubt, Harz im Spielbetrieb für die Aktiven- und A-Jugend-Mannschaften zu benutzen“, erklärt er. Dies ist das Ergebnis zweier Gespräche, die die Vorstandstaft im Mai 2025 mit Vertretern der Stadt und abschließend Ende Oktober 2025 mit Philipp Renner, dem Abteilungsleiter des Kaufmännischen Gebäudemanagements, geführt hatte. Allerdings handelt es sich bei dieser Einigung vorerst um einen Probebetrieb bis zum Ende der laufenden Saison Ende April. „Der Probebetrieb kann von der Stadt Vaihingen aber auch früher abgebrochen werden, wenn die Erwartungen der Stadt an den HCME nicht erfüllt werden“, erläutert Stärk. Über Monate hinweg hatten der Verein und die Stadt nämlich im Clinch gelegen. Während Vaihingen Harzrückstände in der Kaltensteinhalle moniert hatte, betonte der HCME immer wieder, dass mit den erlaubten Haushaltswischern das maximal mögliche Putzergebnis erzielt worden sei.

Die Wogen haben sich in der Zwischenzeit geglättet. Eine spezielle Reinigungsmaschine, deren Nutzung den Trainern und Spielern des HC Metter-Enz bislang untersagt war, darf nun von den Handballern benutzt werden. Stärk hat in der Zwischenzeit Kontakt mit der entsprechenden Putzfirma aufgenommen und zwei Einweisungstermine Anfang Februar für die betreffenden Mannschaften und Trainer vereinbart.

Auch die Ballreinigungsmaschine, die bislang in einem, nur von außen zu erreichenden, Raum angebracht war, wird nun auf Drängen des HCME von der Stadt in den Geräteraum in der Halle verlegt. Des Weiteren dürfen alle genutzten Bälle künftig nur noch in Sporttaschen aus der Halle transportiert und nicht mehr in den Gängen und Fluren geprellt werden. Soweit die Maßnahmen, die von der Stadt gefordert werden.

Anfang März soll wieder ein Heimspiel in Vaihingen mit Harz ausgetragen werden

Auch der HCME hat sich einige vereinsinterne Maßnahmen überlegt. Bevor die Harzfreigabe vom Verein an die unterschiedlichen Teams weitergegeben wird, verlangt der Verein, dass einige Bedingungen erfüllt werden müssen. Alle anwesenden Trainer und Spieler sollen im Anschluss an die Einweisung eine Vereinbarung im Namen ihres Teams unterschreiben, um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen. Eine Freigabe soll auch nur dann erteilt werden, wenn alle Mannschaften diese Einweisung erhalten haben. Jedes Team, das geharzt hat, muss im Anschluss kontrollieren, dass die Halle wieder sauber ist. Das betrifft auch die Flure und Umkleidekabinen.

Zusätzlich verpflichtet sich der Verein weitere Maßnahmen zu treffen, um die Peripherie zu schützen. So sollen beispielsweise die Auswechselbänke mit Hussen, die Türgriffe mit Schutzschläuchen abgedeckt und auch die Sprossenwände geschützt werden. Außerdem sollen deutlich formulierte Hinweise in der Halle aufgehängt werden. Spätestens am Samstag, 7. März möchte der HC Metter-Enz wieder ein Heimspiel in der Kaltensteinhalle austragen – dann auch wieder mit Harz.

Sowohl der Verein als auch die Stadt werden während des Probebetriebs penibel auf die Einhaltung der getroffenen Vereinbarung achten. Während vom HCME nach jedem Spiel eine Person des Gesamtvorstandes die Reinigung überwachen wird, kontrolliert von Seiten der Stadt der Hausmeister nach jedem Spieltag, ob die Anforderungen erfüllt worden sind. Es scheint also, als habe man vorerst einen Kompromiss gefunden.

Artikel der Vaihinger Kreiszeitung (VKZ), veröffentlich am 15. Januar 2026